Fyvria

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Fyvria nennt sich die Religion, die auf der Insel Gorgon ihre Heimat hat. Über die sieben Grafschaften verteilt gibt es Tempel, in denen ihre Priester leben; doch wie viele es genau sind, ist nicht bekannt, da große Teile Gorgons wenig bereist werden und Neuigkeiten sich nur schleppend verbreiten.

Die Religion beruht auf ihren beiden Leitwesen, Sarania und Lyndraco. Ein Einhorn symbolisiert Sarania; sie steht für Diplomatie, Weisheit und Heilung, anders als ihr Gegenstück Lyndraco, dem man Drachengestalt nachsagt; denn er steht für den Kampf, den Schutz und die Verteidigung seiner Schutzbefohlenen. So unterschiedlich die beiden Leitwesen auch sind, das eine kann ohne das andere nicht sein, ebenso wie es keinen Tag ohne Nacht gibt.

Die Bewohner Gorgons mögen sich unterscheiden von Anhängern anderer Religionen in der Ausübung ihres Glaubens; denn es gibt keine Kirchen, die sie auf den rechten Weg führen wollen, und es gibt keine Bücher, die ihnen Regeln vorschreiben. Die Fyvria ist genauso Religion wie Lebensprinzip. Indem ein Mensch, ein Elf oder ein anderes Wesen bewusst durch den Wald geht und das Leben 'spürt', indem er sich in Gedanken bedankt für die reiche Ernte oder den wundervollen Sonnenaufgang, indem auch der Jäger Achtung und Respekt vor seiner Beute zeigt, leben die normalen Leute nach der Fyvria. Dafür erwarten sie keine Wunder, denn die Wunder sind das Leben selbst. Wahrscheinlich hat der ein oder andere ein Amulett eines Einhorns oder eines Drachen um den Hals hängen; vielleicht auch beides. Es mag Leute geben, die jeden Morgen ein paar Körner Getreide oder einen Apfel unter einen Baum legen, um sich auf ihre Weise zu bedanken, und wieder andere übergeben einen getöteten Feind symbolisch der Fyvria. Jeder kann selbst entscheiden, wie er den Leitwesen Respekt erweist und auf welche Weise er dies auslebt; wichtig ist nicht, ob er eine Statue anbetet oder den Sonnenaufgang, sondern nur, weshalb er das macht. Bei Fragen, theologischen oder philosophischen oder etwas anderem, kommen die Leute zu den Priestern, die durchaus nicht nur im Tempel herumsitzen und sich langweilen, sondern häufig durch das Land reisen. Dies mag ein großer Unterschied zu anderen bekannten Religionen sein; denn die Priester ziehen nicht durchs Land, um Anhänger für ihren Glauben zu gewinnen. Die Leute kommen von selbst zu ihnen, wenn sie etwas erfahren möchten und werden ansonsten in Ruhe gelassen.