Sagorian von Waldbach

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In jungen Jahren seines Lebens, ungefähr im Jahre 1358 orbalesischer Zeitrechnung, war Sagorian nicht mehr als ein Elf ohne Obdach, der sich in Waldbach, ein Örtchen im Lande Orbal, über Wasser hielt, zumindest trat er da das erste mal für die Behörden in Erscheinung. Etwa vier Jahre später führte ein mysteriöser Mordfall die Fährte von Lucretio von Orbal auf den Elfen und er entdeckte sein magisches Potenzial. So nahm er ihn auf, lehrte ihn als Schüler und Sagorian liebte seinen Meister wie einen Vater. Doch geschah etwas auf Sagorians Reisen, was hätte nicht geschehen dürfen. Eine Begegnung mit einem Dämon hinterließ so schwerwiegende Folgen, sodass der Dämon langsam in seinen Geist kroch und die Gedanken, die Wünsche und die Träume des Elfen verpestete. Dunkle Visionen erhoben sich in Sagorian empor und Zweifel stieg in ihm hoch.

Während dieser Zeit schlossen sich Lucretio und Sagorian dem Söldnerheer an, um den Bruder Lucretios zu unterstützen. (Sagorians Meister war stets drauf bedacht, niemals in der Öffentlichkeit das Wort „beschützen“ zu benutzen.)

Die Zeit verging und nach 12 Jahren des Trainings und der Ausbildung stand Sagorian der schwersten Prüfung, die er sich vorstellen konnte, gegenüber. Die Verpestung seines Geistes war bereits so weit fortgeschritten, dass ihnen Visionen plagten, Visionen seines Todes, Visionen seines Meisters, der ihn niederstreckt. Aus Ignoranz, Hochmut und vielleicht auch Feigheit vertraute er sich ihm nicht an, bestritt die Meisterprüfung und versagte vor der Geistesprüfung seines Gottes Lyndraco. Aus Angst vor seinem Meister trat er in den Kampf mit ihm, floh aber, da er keine Chance hatte.

Verfolgt von der Priesterschaft der Fyvria und geplagt von dem Eindringling in seinem Kopf wählte Sagorian den Rückzug in die Wälder Gorgons und bestritt den Kampf gegen den Dämon. In seiner Verzweiflung erkannte er nur einen Ausweg, er musste sich seiner Vaterfigur anvertrauen. Ob er nun überleben würde war ihm egal, der Dämon musste besiegt werden! So schritt er und fand Lucretio im Erkundungslager an der Ostgrenze Orbals, wo er ihm den Dämon austrieb, jedoch war klar, dass er niemals wieder in die Priesterschaft zurückkehren könne.

Die Zeit verging und Dinge wurden vergessen und Sagorian lernte, lernte viel über sein Volk der Elfen und über seine Fehler. Und ihm bangte, dass er wieder die Verletzte, die er liebte. Und so geschah es, dass ihm im Jahre 1381 die Ehre zuteil wurde im Fest der Drachen das Goldene Lager diplomatisch zu vertreten. Die Personen, die er Traf und die Ehre, die ihm zuteil wurde ließen ihn fast zerbrechen, schämte er sich doch dessen, was er war, was er getan hatte. Doch dann wurde das Goldene Lager in einer Allianz des Lichts gegen die Übermacht der Dunkelheit in die Schlacht geführt. Die Orks fielen über die Reihen des Grünen Lagers, des Roten Lagers, des Goldenen Lagers und des Silbernen Lagers her und so geschah es, dass Sagorian plötzlich auf dem Schlachtfeld seinem Freund Mikjál Peterson gegenüber stand. Dieser erhob sein magisches Schwert und schlug ihn zu Boden und Hass stieg in Sagorian auf, nicht begreifend, dass Mikjál ihm so womöglich das Leben gerettet hatte. Doch bei seiner Rückkehr nach Gorgon traf ihn die Erkenntnis wie ein Dolch ins Herz, ein Dolch der alles herausschnitt, was böse, dunkel und befleckt war. Sein leben betrachtend aus seiner neuen Position des Lichts, aus seiner neugewonnen Erleuchtung schämte er sich umso mehr seiner Taten, seiner Untreue, seines Betrugs. Und so verschwand er ohne ein Wort aus Gorgon und ward seither nicht mehr gesehen.